Das bin ich

Hi, ich bin Jan!
Ich bin 1972 geboren, komme aus Aachen und bin Kameramann beim Fernsehen.
Seit mittlerweile 26 Jahren mache ich den Job jetzt.
Warum?
Naja, ich bin einfach schon neugierig, so lange ich denken kann.
Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern absolute Reisefreaks waren. Schon als ich noch nicht mal geplant war, fuhren sie im klapprigen R4 auf eigene Faust nach Marokko. Als Knirps nahmen sie meine Geschwister und mich dann mit, wann immer es weit weg ging.
Mein Vater war Apotheker und „reinvestierte“ so ziemlich alles, was er an Zeit und Geld hatte, sofort wieder in die Organisation unserer Familientrips. Ich habe unglaublich schöne Kindheitserinnerungen an Kenia, Tunesien, Amerika. Auf Jamaika habe ich mein Seepferdchen gemacht.
Ich erinnere mich noch an den Tag, als er mit uns durch das Botschaftsviertel „seiner“ Studienstadt Bonn fuhr und uns die Flaggen der Länder zeigte, in denen er schon mit uns gewesen war und die er uns noch zeigen wollte. Auch wenn ich es damals noch nicht begreifen konnte – seine Begeisterung hatte in mir eine Flamme entfacht. Ich wusste: solange ich lebe, will ich reisen, will ich das alles sehen und die Zusammenhänge verstehen. Egal wie.
Also drängte sich natürlich erst einmal die Frage auf: in welchem Beruf kommt man viel rum? Die naheliegendste Antwort, natürlich: „Pilot“. Deswegen machte ich nach dem Abitur und anschließendem Wehrdienst beim Heeresflieger-Regiment Mendig eine dreijährige Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei Westflug Aachen.
Vom ersten Lohn ging es erst einmal mit dem Rucksack in die Türkei, 3 Tage Knast inklusive. Gleichzeitig wurden im Pilotensegment Stellen abgebaut, was die beruflichen Perspektiven undurchsichtiger machte. Und weil das wiederum meinem Fernweh keinen Abbruch tat, entschied ich, dass es an der Zeit war, umzusatteln.
Ich bewarb mich kurzerhand bei der Handelsmarine auf eine Stelle als Schiffsmechaniker. Mein Plan: bei der Reederei Martime in Elsfleth würde ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: (weit weg) reisen und dafür bezahlt werden.
Die Rechnung sollte aufgehen: drei Jahre lang ging es für französische Auftraggeber quer durch die Südsee, nach Neukaledonien, Papua-Neuginuea, Bora Bora und Tahiti. 1998 heuerte ich in Genua ab.
Was jetzt?
Mein Bruder erzählte mir, einer seiner Bekannten sei Redakteur bei Arte und für Job und Recherche eigentlich ständig unterwegs. Da wurde ich natürlich hellhörig. Ich schrieb diverse Bewerbungen und bekam tatsächlich ein Angebot für ein Praktikum beim Radio. Dann, zwei Tage bevor es losgehen sollte, kam der Anruf, der alles verändern sollte.
Am anderen Ende meldete sich mein zukünftiger Chef. „Biste gerne unterwegs?“ Mein Leben lang gereist. Check. „Biste denn teamfähig?“ Monatelang auf See mit einer eingespielten Crew verbracht. Check. „Haste denn Bock, Bilder zu machen?“ Seit Tag 1 die Knipse auf Reisen dabei gehabt. Check. Und das war der Beginn meiner Laufbahn als Kameramann bei 2425.
Ich weiß nicht, wie oft ich den Globus mittlerweile schon umrundet habe. In über 120 Länder hat es mich bis heute verschlagen, überall habe ich neue Menschen kennen lernen und Eindrücke sammeln dürfen. 2000 habe ich für 4 Monate im Jemen auf einer Großbaustelle gefilmt, 2003 wäre ich beim Dreh über Robbenjäger in Neufundland fast hops genommen worden, hätte nicht in letzter Sekunde eine Spezialeinheit eingegriffen. 2007 habe ich die Transsibirien-Rallye begleitet und 2 Jahre später in Semipalatinsk die Spätfolgen russischer Atomwaffentests dokumentiert.
Einer Reportage über Ciudad Juarez, die damals gefährlichste Stadt der Welt, folgte 2012 einer meiner wichtigsten Drehs, bei dem ich meinen langjährigen Freund Jenke von Wilmsdorff auf bei der Überfahrt auf einem Flüchtlingsboot begleitete. Glücklicherweise ging auch hier einmal mehr alles gut aus, und ich konnte weitermachen mit der Reiserei, bis heute.
Mittlerweile bin ich selbst Vater von zwei Söhnen Wenn ich beschreiben müsste, was ich als Lebensaufgabe sehe, dann ist das für mich eindeutig, meinen Kindern die Welt zu zeigen und ihre Neugier zu fördern. Ich hatte und habe das Glück, die Verbindungen zwischen Orten und Menschen erleben und erfahren zu dürfen. Das Interesse, das meine Eltern damals in mir weckten, will ich teilen und vermitteln.
Vielleicht sehen wir uns einmal bei einem Projekt. Über mein Kontaktformular könnt Ihr mir gerne eine Anfrage schicken. Ich freue mich und sage vielen Dank und bis bald!
Euer Jan.

